Flüchtlingskoordinator mit Haltung und Konsequenz | Mario Rieder: Logbuch (Blog)

Flüchtlingskoordinator mit Haltung und Konsequenz

Ich muss zugeben, dass ich im Laufe des letzten Jahres meine vorgefertigte Meinung über Christian Konrad, die sich v.a. aus seiner früheren Rolle bei Raiffeisen ergeben hatte, schrittweise, aber radikal revidiert habe. Sie hat sich gewandelt zu großer Hochachtung für das, was er in diesem Jahr als Flüchtlingskoordinator geleistet hat, und mit welcher Haltung und Konsequenz er dabei agiert hat.

Österreich braucht mehr Frauen und Männer wie ihn. Persönlichkeiten, die für das Anliegen einer humanen, gerechten Gesellschaft eintreten, ohne Schielen auf mögliche Befindlichkeiten und ungeachtet ebenso kleinkarierten wie kurzsichtigen partei- und machtpolitischen Taktierens. Die nicht gleich beim ersten Gegenlüfterl (ebenso wenig wie dann auch bei stärkerem bis heftigem Gegenwind) den Kopf einziehen, sich verbiegen oder gar den Kurs wechseln. Die klar ansprechen, was zu tun ist, ohne sich hinter Floskeln und Stehsätzen zu verstecken. Die sich nicht damit zufrieden gaben, warum etwas nicht geht, sondern beharrlich Lösungen einfordern und vorantreiben, wie es doch gehen kann. Und die daher nicht vorrangig "gscheit daher reden", sondern tun, was zu tun ist, also organisieren und ermöglichen - ebenso klug wie beharrlich. Es gibt eben nichts Gutes, außer man tut es.

Danke an Sie, Herr Konrad, für das, was Sie im letzten Jahr für Österreich geleistet haben, ebenso wie für jene Menschen, die in Not und auf der Flucht zu uns gekommen sind. Und auch für das, was Sie damit für die politische Kultur in diesem Land geleistet haben.