Was wirkliche Bildung ausmacht | Mario Rieder: Logbuch (Blog)

Was wirkliche Bildung ausmacht

Die Debatte um den Schulabschluss von Martin Schulz zeugt nicht nur von elitärem Snobismus, sondern auch von einem falschen Bildungsverständnis.

Bildung ist weit mehr und zugleich was völlig anderes als das Sammeln von Zeugnissen und Zertifikaten. Diese machen sich durchaus gut in einem Lebenslauf. Aber sagen nur beschränkt etwas aus über die Bildung eines Menschen, über die Fähigkeit zu fragen, zu verstehen, sich eine Meinung zu bilden und selbständig zu handeln - sondern lediglich, ob er oder sie es irgendwann einmal geschafft hat, bestimmte (oft praxisferne) Testsituationen zu bestehen bzw. überstehen.

Wirkliche Bildung ist, so Oskar Negt, umwegig, enthält Um- und Abwege, die keinesfalls immer sofort als produktiv einzustufen sind - und die Gerade sei in diesem Zusammenhang nicht immer die kürzeste Verbindung zwischen zwei Punkten. Und gelungene Bildung sei das Anlegen von (geistigen) Fettschichten, auf die man als Notrationen zurückgreifen kann, "wenn in der maroden offiziellen Ökonomie alles aufgebraucht ist."

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