Welche Politik wir für eine gute Zukunft brauchen | Mario Rieder: Logbuch (Blog)

Welche Politik wir für eine gute Zukunft brauchen

Was wir für eine gute Zukunft brauchen, ist eine Politik, die aus einer klaren Haltung und aus einer mutigen Vision heraus die Gesellschaft gestalten und verändern will. Die statt einem defensiven, paternalistischen Verteidigen von vermeintlichen Machtbastionen zu politischem Handeln und zu engagierter Beteiligung ermutigt und mobilisiert. Eine offensive Sozialdemokratie, die als verlässliche Bündnispartnerin sozialer Bewegungen und anderer linker Kräfte agiert, statt sich andernorts anzubiedern. Ziel muss es sein, durch eine selbstbewusste, offensive Politik Mehrheiten links der Mitte zu ermöglichen.

Es ist daher auch absurd, wenn ein paar Machtpolitiker mit einem überholten Politikverständnis aus dem tiefsten 20.Jahrhundert sich in der Vorstellung gefallen, sie seien die Zukunft der Sozialdemokratie und Wiens. Und es ist gefährlich, dass sie dafür offensichtlich diese Zukunft sowohl der Partei als auch der Stadt aufs Spiel zu setzen bereit sind.

Was wir brauchen, sind politische Persönlichkeiten, Frauen und Männer, die diesen offensiven Weg in die Zukunft glaubwürdig, klug und konsequent vorantreiben.


Lesenswerte Texte zu diesem Thema:



Naomi Klein: "It was the Democrats' embrace of neoliberalism that won it for Trump" (The Guardian)

"So let’s get out of shock as fast as we can and build the kind of radical movement that has a genuine answer to the hate and fear represented by the Trumps of this world. Let’s set aside whatever is keeping us apart and start right now."


Andrea Ypsilanti: "Good Morning America, how are you?"

"Hätten sozialdemokratische Parteien nur im Kleinen Mut, könnten sie schon Zeichen setzen: Statt sparen, in Bildung investieren und Schulen sanieren. Statt Schuldenbremse die Verteilungsfrage stellen, die Frage nach Teilhabe. Die Utopie muss jedoch weit darüber hinaus gehen.
Entweder die europäische Sozialdemokratie kämpft, oder sie verliert weiter. Darum geht es nach Trump. - Nicht um Krokodilstränen, nicht um Abscheu, nicht um Belehrungen. Es geht ums Ganze."


Sektion ohne Namen: "An die Sozialdemokratie: Packen wir es an!" (Der Standard, 20.11.2016)

"Jeder, der Verantwortung trägt, hat die Pflicht, seinen Bereich auf Verbesserungen zu durchleuchten und den Geist einer offenen, kritischen, gestaltenden Sozialdemokratie in seinen Bereichen wehen zu lassen. Sollte das nicht gelingen, sollte das nicht geschehen, ist der Fehler nicht draußen vor der Türe zu suchen. Nein, die Sozialdemokratie hat sich selbst im eigenen Wohnzimmer abgeschafft, und neue Bewegungen werden entstehen, die diese Aufgabe stattdessen übernehmen werden. Noch ist es aber nicht zu spät."