Rückblick auf drei Jahrzehnte Volksbildung | Mario Rieder: Logbuch (Blog)

Rückblick auf drei Jahrzehnte Volksbildung

blogEntryTopper Mario Rieder in der VHS ZentraleMario Rieder: Rückblick auf drei Jahrzehnte Arbeit in den Wiener Volkshochschulen

VHS Wien-Geschäftsführer verlässt das Unternehmen mit Ende September

Wien (OTS) - Der bisherige Geschäftsführer der Wiener Volkshochschulen, Mario Rieder, verlässt das Unternehmen nach dreißig Jahren Tätigkeit, davon acht Jahre als Geschäftsführer, mit Ende September 2016, um sich neuen beruflichen Herausforderungen zu stellen. „Mario Rieder hat in seinen verschiedenen Funktionen und Aufgaben die VHS Wien in ihrer Entwicklung stark geprägt und mit zu dem gemacht, was sie heute ist: ein professionelles, dynamisches Unternehmen mit einer klaren gesellschaftspolitischen Haltung, auf der Basis einer beeindruckenden Tradition“, betont Bildungsstadträtin Sandra Frauenberger und ergänzt: „Ich wünsche ihm alles Gute auf dem weiteren beruflichen Weg.“

In seiner Zeit als VHS-Geschäftsführer verantwortete er die große Strukturreform der Wiener Volksbildung und bildungspolitische Meilensteine wie die „Initiative Erwachsenenbildung“, die Gratis Lernhilfe oder zuletzt das StartWien Jugendcollege.

Innovative Bildungsarbeit an der VHS Ottakring

Mario Rieders Einstieg in die Wiener Volksbildung erfolgte zunächst als Deutschkursleiter und Zivildiener, und dann ab 1989 als pädagogischer Mitarbeiter an der VHS Ottakring mit den Schwerpunkten Sprachen, Bildungsarbeit mit MigrantInnen und 2. Bildungsweg. Die in Rieders Zeit entwickelten Bildungsprojekte erhielten etliche Auszeichnungen, wie ESIS (das Europäische Siegel für innovative Sprachenprojekte) oder den österreichischen Staatspreis für Erwachsenenbildung.

Strukturreform der Wiener Volkshochschulen

Mario Rieder wurde am 29.2.2008 zum Geschäftsführer der als Joint Venture vom Verband Wiener Volksbildung und Stadt Wien neu gegründeten Wiener Volkshochschulen GmbH bestellt. Seine vorrangige Aufgabe war zunächst, entsprechend der Ziele des Reformprojekts die bisherigen 18 VHS-Vereine zu einem wienweit gemeinsam agierenden Unternehmen zusammenzuführen, dieses organisatorisch und wirtschaftlich zu stabilisieren und es verstärkt an seinem Kernbildungsauftrag und seinen Kernkompetenzen auszurichten.

VHS Wien setzt bildungspolitische und arbeitsmarktpolitische Meilensteine

Auf dieser konsolidierten Basis konnte die VHS Wien in den Folgejahren verstärkt mit neuen Bildungs- und Beratungsinitiativen wichtige Innovationen vorantreiben und Meilensteine setzen: 2012 startete die „Initiative Erwachsenenbildung“, ein von Bund und Ländern kofinanziertes Programm für Basisbildung und zum Nachholen des Pflichtschulabschlusses. Es folgten weitere bildungs- und arbeitsmarktpolitische Projekte und Aufträge wie die BBE Deutsch, eine Clearingmaßnahme für Deutschkurse im Auftrag des AMS Wien, oder die Beteiligung am Jugendcoaching und der Produktionsschule Spacelab. In der Flüchtlingssituation des vergangenen Jahres reagierte die VHS Wien wiederum rasch auf die aktuellen Herausforderungen, stellte im Herbst 2015 unter anderem über 1.000 zusätzliche ermäßigte Kursplätze für Flüchtende zur Verfügung und organisierte in Zusammenarbeit mit der Stadt Wien Informations- und Orientierungsangebote.

Leuchtturmprojekte Gratis Lernhilfe und Jugendcollege

Mit der Gratis Lernhilfe und dem kürzlich eröffneten Jugendcollege konnte die VHS Wien in den letzten beiden Jahren nochmals besonders wirksame und richtungsweisende Leuchtturmprojekte umsetzen. Im Rahmen der „Förderung 2.0“ organisiert die VHS im Auftrag der Stadt Wien seit Frühjahr 2015 kostenlose Lernhilfegruppen an über 150 öffentlichen Schulen (NMS und AHS) sowie offene Lernstationen an den VHS-Standorten, und kann damit über 10.000 SchülerInnen im Alter von 10-14 Jahren pro Semester erreichen und unterstützen. Das kürzlich eröffnete, durch Mittel des ESF, AMS Wien, des FSW und der Stadt Wien finanzierte StartWien Jugendcollege bietet 1.000 Kursplätze für jugendliche ZuwanderInnen, vorwiegend AsylwerberInnen und -berechtigte, die nicht mehr schulpflichtig sind. Ziel ist es, die Jugendlichen in einem modularen System fit für den Einstieg in eine weiterführende Schule oder berufliche Ausbildung zu machen. Die VHS hat den Lead in der Durchführung und Organisation.

Bildungsarbeit in einer vielfältigen, dynamisch wachsenden Großstadt

Mario Rieder zieht Resümee und gibt zugleich Ausblick: „Es ist unsere gemeinsame Aufgabe, den Zugang zu grundlegender Bildung allen Menschen zu öffnen und sie durch Bildung zu stärken, damit sie ihre Fähigkeiten und Möglichkeiten erweitern können. Bildung verbessert damit nicht nur berufliche und soziale Chancen, sondern ist auch eine wichtige Grundlage für ein möglichst selbstbestimmtes Leben und die bewusste, aktive Beteiligung an demokratischen Prozessen. Das gilt für Kinder und Jugendliche ebenso wie für Erwachsene, und spiegelt sich vielfach in der Arbeit der VHS.“